Lebte Jairus Tochter noch, oder war sie bereits tot? (Matthäus 9,18)

Ort und Zeit des Geschehens sind schon mal in den Evangelien unterschiedlich.

In Matthäus 8,28-34 heilt Jesus die zwei Gadarener, danach steigt er in ein Boot und fährt nach Kapernaum (Kap. 9,1ff) und beruft dort den Zöllner Matthäus (Kap. 9,9ff). Bei diesem sitzt Jesus zuhause, als der Synagogenvorsteher hereinkommt (Kap. 9,18-19).

Heilung in Gadarena  Berufung des Matthäus → Totenauferweckung

Im Markusevangelium beruft Jesus den Zöllner wesentlich früher (bereits in Markus Kap. 2,13ff), danach fährt er in Kap. 5 nach Gadara um den Besessenen zu heilen und begegnet erst auf der Rückreise am Seeufer den Synagogenvorsteher (Kap. 5,21f).

Berufung des Matthäus  Heilung in Gadarena  Totenauferweckung

Das Lukasevangelium folgt chronologisch und inhaltlich dem Markusevangelium.

Dass die Geschichten in den Evangelien oft wild durcheinandergeworfen auftreten, ist jedenfalls keine Seltenheit. Anscheinend wusste der Heilige Geist nicht genau, wann was stattgefunden hat.

Wie auch immer, der folgende Widerspruch ist weit gewichtiger. Als nämlich der Synagogenvorsteher Jairus im Matthäusevangelium zu Jesus kommt ist seine Tochter bereits verstorben (Mt. 9,18)! Deswegen bittet Jairus Jesus auch, dass er ihr seine Hände auflegen soll, damit sie wieder lebendig wird.

Im Markus und Lukasevangelium hingegen lebt die Tochter noch als Jairus Jesus bittet. Dies wird besonders dadurch deutlich, dass (als Jesus sich auf dem Weg zu Jairus Haus befindet) Leute aus Jairus Haus kommen und Jesus und Jairus mitteilen, dass seine Tochter gerade gestorben ist und Jesus nicht mehr kommen braucht (Mk. 5,35).

Abgesehen von dem chronologischen Problem sind sich Matthäus und Markus+Lukas nicht einig darüber, ob die Tochter noch lebte oder bereits gestorben war, als Jairus zu Jesus kam und ihm um Hilfe bat. Beides kann jedenfalls nicht stimmen. Entweder sie war tot, oder sie lebte noch.


Matthäus 9,18
Während er dies zu ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher herein und warf sich vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben jetzt verschieden; aber komm und lege deine Hand auf sie, und sie wird leben.
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Lukas 8,41-42
Und siehe, es kam ein Mann, mit Namen Jairus (und er war Vorsteher der Synagoge), und fiel Jesu zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; denn er hatte eine eingeborene Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Indem er aber hinging, drängten ihn die Volksmengen.
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