Woher hatte der Pharao 600 Pferde, wenn alles Vieh der Ägypter bereits tot war? (2. Mose 14,7)

Als Israel aus Ägypten auszog schickte der Pharao Soldaten, Reiter und 600 Streitwagen hinterher. Dazu bedarf es mind. 600 Pferde, wenn ein Streitwagen von nur einem Pferd gezogen wird. Vermutlich benötigt man jedoch 2 Pferde, vor allem wenn Wagenkämpfer (Plural) am Wagen mitfuhren (man muss also von mind. 2 Personen pro Wagen ausgehen). Siehe dazu die Darstellung Ramses’ II. auf einem Streitwagen (Biga), Relief im großen Tempel von Abu Simbel (ca. 1265 v. Chr.), wo sein Wagen von zwei Pferden gezogen wird.

Woher kamen diese Pferde? Bei der fünften Plage starben bereits alle Pferde der Ägypter (2. Mose 9,3-6). 

Ebenso starb bei der zehnten Plage alle Erstgeburt der Tiere (2. Mose 12,12), also auch der Pferde, wo auch immer die herkamen...

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Streitwagen#Verortung_des_Streitwagens


2. Mose 14,7
Und er nahm sechshundert auserlesene Wagen und alle Wagen Ägyptens, und Wagenkämpfer auf jedem derselben.
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2. Mose 9,6
Und der HERR tat dieses am anderen Tage, und alles Vieh der Ägypter starb, aber von dem Vieh der Kinder Israel starb nicht eines.
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Lösungsvorschläge

Von: Petra Wahl
◷ 7 August
(vor 6 Monaten)

Genau hinschauen, in 2. Mose 9,3 steht, dass die Hand des Herrn mit einer Viehseuche über alles Vieh kommt, was auf dem Feld ist.(5. Plage) Bei der siebten Plage, Hagel sagt Gott explizit, dass sie ihre noch verbliebenen Tiere in die Häuser bringen sollen, um sie zu retten. S. 2. Mose 9,19 Ich gehe davon aus, dass die Streitwagen und die Pferde dazu für Pharao Prestigeobjekte zur Demonstration seiner Macht waren. Sie waren wohl in prächtigen Ställen untergebracht, also nicht im Freien. 

Von: Markus M.
◷ 7 August
(vor 6 Monaten)

Also Gott will den Pharao dazu bewegen das Volk ziehen zu lassen und anstatt die Tiere des Pharaos mit der Viehseuche zu treffen, lässt er das Vieh des Volkes verenden? Was ist denn das für ein Gott? Damit trifft er ja den Pharao in keinster Weise, sondern nur das unschuldige Volk.

Wenn übrigens alle Tiere auf dem Feld bei der fünften Plage gestorben sind, warum sind dann bei der siebten Plage schon wieder Tiere auf dem Feld?

Von: Josef Drazil
◷ 12 November
(vor 3 Monaten)

Mir erschließt sich die Logik nicht hinter diesen Fragen/Einwänden. Es muss sich doch um eine Interne Kritik der Bibel handeln, ansonsten wären die Kritikpunkte bedeutungslos und die interne Konsistenz der Bibel unangetastet:

1. Nach welchem Maßstab ist das Volk unschuldig?

2. Was ist überhaupt die metaphysische Grundlage für einen objektiven moralischen Maßstab in einer Welt ohne Gott?

3. Wenn die Bibel Gottes Wort ist, wieso sollte Gott als Geber und Erhalter von allem nicht das Recht haben Tieren das Leben wieder zu nehmen? 

4. Die letzte Frage ist genau das: eine Frage und kein Argument. Wo ist das von wahren Prämissen ausgehende und zu logisch notwendigen Folgerungen führende Argument, dass es sich um eine logische Unmöglichkeit handelt?

Von: Markus M.
◷ 12 November
(vor 3 Monaten)

Mir erschließt sich auch nicht die Logik für ein unsichtbares Wesen Partei zu ergreifen. Gerne beantworte ich trotzdem Ihre Fragen:

Zu 1) Weil es keinen Grund gibt anzunehmen dass das Volk schuldig ist. Der Pharao ist verantwortlich für die Situation, nicht das Volk.

Zu 2) Echt witzig wenn Christen glauben es gäbe ohne Gott keine objektiven moralischen Maßstäbe. Wenn Ihr Angebot Moral auf Grundlage der Bibel ist, dann frage ich mich, ob Sie die Augen verschlossen haben vor folgenden Bibelstellen: Frauen sind nur die Hälfte wert (3. Mose 27,5), Frauen sollen Ihre Vergewaltiger heiraten (5. Mose 22,28-29), ein eigenwilliger und ungehorsamer Sohn soll gesteinigt werden (5. Mose 21,18-21), Sklaverei ist vollkommen in Ordnung (3. Mose 25,44-46), einer Frau die unabsichtlich die Scham eines Mannes berührt soll die Hand abgehackt werden (5. Mose 25,11-12), Völkermord an Frauen und Kindern (5. Mose 2,32-35; 20,16-18), Homosexuelle sollen umgebracht werden (3. Mose 20,13), Massenmord an Kritikern (4. Mose 16), Massenmord an Andersglaubenden (4. Mose 31) usw. Der biblische Gott ist voller Rachsucht, Eifersucht, Zorn und blinder Zerstörungswut. Eine solche Moral hat in einer zivilisierten Welt nichts zu suchen. Ich bin heilfroh, dass wir heutzutage nicht mehr nach der biblischen Moralvorstellung leben.

Zu 3) Wäre das dann ein liebender Gott, wenn er tun und walten kann wie er will? Dass die Bibel Gottes Wort ist, ist lediglich eine unbewiesene Behauptung, lesen Sie doch mal meinen Text hierzu: Kanon, Septuaginta und Inspiration

Zu 4) Nichts ist unmöglich, auch nicht die Existenz von Einhörnern und dem Weihnachtsmann, trotzdem ist es sehr unwahrscheinlich.

Von: John Galt
◷ 19 Januar
(vor 3 Wochen)

Von meinem (pantheistischen) Standpunkt aus denke ich, dass ich dir zumindest die zweite Frage gut beantworten kann, bzw. gebe ich dir in diesem Punkt Recht: wer oder was bestimmt objektiv, was moralisch gesehen falsch und richtig ist? Aber: ist die Bibel tatsächlich ein Maßstab für Wert und Moral? Ich glaube nach wie vor an einen guten Gott, der den Menschen ein Gewissen gegeben hat, sodass man schon bei Kleinkindern beobachten kann, dass diese erkennen, was richtig und was falsch ist. Die Entscheidung zwischen "richtig" und "falsch" liegt beim Menschen selber (freier Wille). Laut Bibel kann man sich entweder für den (einzig) richtigen Weg entscheiden - Jesus Christus - oder man wird ewige Qualen erleiden. Man wird für ein Leben bestraft, das man nicht selber gewählt hat, denn lt. Bibel ist Gott sogar dafür verantwortlich, dass es einen gibt. Warum also übernimmt Gott diese Verantwortung nicht, sondern stößt sie sogar noch weiter weg, indem er den Menschen vor die Illusion einer Entscheidung stellt: "Liebe mich, oder brenne in der Hölle". Eine Entscheidung ist meines Erachtens etwas, wo man zwischen zwei gleichwertigen Alternativen wählen kann. Gott stellt den Menschen allerdings nicht vor die Wahl zweier gleichwertiger Alternativen, sondern wirft ihn sozusagen in diese Welt, lässt ihn komplett alleine - außer, der Mensch "findet" ihn, ergo er nimmt das "Erlösungswerk Christi" für sich in Anspruch und macht den Menschen anschließend dafür verantwortlich, dass er versucht hat, selber irgendwie durchs Leben zu kommen (denn "Sünde" ist lt. Bibel meistens, dass der Mensch es ohne Gott versucht und scheitert - egal ob dies nun nach unseren moralischen Maßstäben richtig oder falsch, gut oder schlecht ist. Denn was soll z.B. an Selbstbefriedigung so schlecht sein?) Weil du die metaphysische Grundlage erwähnt hast: darüber wird nach wie vor diskutiert, wer oder was "Gott" nun tatsächlich ist. Jede Religion, insbesondere deren Fundamentalisten, behaupten, die einzige Wahrheit dieser Frage gefunden zu haben. Andere akzeptieren es einfach, dass diese Frage nie beantwortet werden kann, da wir Menschen in unserem Verständnis und auch im Verstand eingeschränkt sind (auch wenn es einige nicht wahr haben wollen).

Von: M. H.
◷ 15 Januar
(vor 1 Jahr)

Entweder definiert Gott offensichtlich 'Vieh' anders als Sie oder die Ägypter hatten Möglichkeiten, ihre Armee wieder schnell in einsatzbereiten Zustand zu versetzen.

Von: Markus M.
◷ 17 Januar
(vor 1 Jahr)

Okay, was ist denn Gottes Definition von "Vieh"?

Sie wissen schon, dass die ägyptische Armee die Israeliten sofort nach ihrem Auszug verfolgt hatte. Da liegen keine Tage, Wochen oder Monate dazwischen, um sich neue Pferde zu besorgen. Die Frage war woher kamen so schnell die Pferde? Nennen Sie doch die Möglichkeiten, wenn Sie sie wissen.

Von: Jan
◷ 18 Mai
(vor 2 Jahren)

Wäre es möglich, dass der  Pharao Pferde von den Israeliten beschlagnahmte, nachdem die eigenen gestorben waren? Beim Auszug finden Pferde anscheinend keine Erwähnung.  

Tolles Projekt Übrigens :)

Von: Markus
◷ 18 Mai
(vor 2 Jahren)

Es ist unwahrscheinlich, dass die Israeliten Pferde hatte. 
Die Israeliten waren Sklaven und Sklaven haben im Normalfall keine Pferde. Ein Pferd hatte in der damaligen Zeit ja einen sehr hohen Wert und ein Sklave konnte sich so ein Luxusgut sicher nicht leisten.
Das ist auch der Grund, warum nirgendwo erwähnt wird, dass die Israeliten Pferde hatten.